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24.08.2019: Landeskatastrophenschutzübung "Schöna 2019"

2 Jahre Vorbereitung, diverse Planübungen, unzählige Tests vorab und 300 Verletztendarsteller: Dies alles war nötig um am 24.08.2019 die größte Katastrophenschutzübung durchzuführen, die jemals in Sachsen geprobt wurde.

Copyright: DRK KV Dippoldiswalde

Copyright: DRK OV Dippoldiswalde

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Unter dem Namen "Schöna 2019“ mussten mehr als 600 Einsatzkräfte von Bundespolizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und Katastrophenschutz zeigen, wie sie im Ernstfall miteinander zusammenarbeiten. Außerdem waren mehrere Behörden und die umliegenden Krankenhäuser an dieser Alarmübung beteiligt. Und es waren nicht nur deutsche Einsatzkräfte involviert, auch die grenzübergreifende Hilfe mit den Einsatzkräften aus Tschechien wurde in diesem Szenario getestet.

Der DRK-Kreisverband Dippoldiswalde e.V. war an dieser Übung mit Einsatzkräften des Rettungsdienstes, den organisatorischen Einsatzleitern Rettungsdienst (OrgL), dem Kreisauskunftsbüro und dem kompletten Einsatzzug II des Landkreises an dieser Übung beteiligt. Bereits am frühen Morgen des 24.08. waren unsere Helfer der Versorgungsgruppe fleißig und halfen beim Befüllen von knapp 1000 Verpflegungsbeuteln für Helfer und Darsteller der Übung. Ferner wurde durch unsere Küchencrew auch im weiteren Verlauf die Verpflegung für einen Teil der mehreren hundert Einsatzkräfte sichergestellt.

Die restlichen Kameraden trafen sich gegen Mittag in Dippoldiswalde und verlegten anschließend im Marschverband zur Einsatzstelle in Richtung Schöna. Im angenommenen Übungsszenario wurde davon ausgegangen, dass seit Tagen im Landkreis Starkregen und Hochwasser herrscht und bereits Katastrophenalarm ausgelöst wurde. Ein Szenario, an welches sich viele von uns noch gut erinnern können. Im Juni 2013 war die Situation ganz ähnlich. In dieser Krisensituation kommt es dann gegen 17:00 zur Katastrophe: Ein mit knapp 300 Personen besetzter Regionalexpress. auf dem Weg nach Tschechien, prallt auf einen durch den Starkregen ausgelösten Erdrutsch. Der Zug entgleist etwa auf Höhe der Deutsch-Tschechischen Grenze. Um 17:04 wurde der erste Notruf abgesetzt und die Rettungskette in Gang gesetzt. Sofort starteten deutsche und tschechische Einsatzkräfte zum Unglücksort. Sie erkannten sofort die Lage und eine große Rettungsaktion wurde in Gang gesetzt. Sogar ein Rettungshubschrauber aus Tschechien war mit im Einsatz.

 

Während die ersten Rettungsdienstteams mit der Sichtung und Erstversorgung begannen, wurden Behandlungszelte und Patientenablagen aufgebaut und Rettungsmittelhalteplätze organisiert, um einen geordneten Zu- und Ablauf der vielen Rettungsfahrzeuge an dieser geographisch extrem engen Stelle zu bewältigen. Die Mitglieder unserer Kreisauskunftsbüros waren an einem Behandlungsplatz eingesetzt und registrierten die ankommenden Verletzten und auch, in welche Kliniken sie dann abtransportiert wurden. Die Feuerwehren und das THW sorgten gemeinsam mit der Fähre Schöna für einen schnellen Transport der Einsatzkräfte zum Unfallort und ebenso einen Abtransport der Verletzten auf die andere Elbseite, wo dutzende Rettungswagen warteten.

Für die geschockten, aber unverletzten Reisenden wurde außerdem ein Betreuungsplatz aufgebaut, wo diese durch Helfer betreut wurden. Die Kameraden aus dem Kreisverband Dippoldiswalde waren an verschiedenen Stationen dieser Übung beteiligt: Einige waren direkt am Gleis, bzw. der Verletztenablage und kümmerten sich um die Erstversorgung. Andere übernahmen den Transport zum Behandlungsplatz, bzw. in die umliegenden Krankenhäuser. Wieder andere waren in der Registrierung oder der Versorgung involviert. Die Kliniken der Region wurden ebenfalls in diese Alarmübung eingespannt. Die „Verletzten“ wurden in Krankenhäuser nach Pirna, Sebnitz, Freital, Bautzen und Dresden gebracht. Die Krankenhäuser konnten so ihren eigenen Katastrophenplan und die Versorgung bei einem sog. „Massenanfall an Verletzten“ proben.

Als auch die letzten „Patienten“ versorgt waren, konnten wir zusammenräumen und geschafft die Heimreise antreten. Die letzten Kameraden waren erst weit nach Mitternacht wieder in Dipps im Depot. Eine Übung dieser Größenordnung ist bisher einmalig gewesen. Trotz der langen Planung erkennt man einige Probleme erst während der Übung. Aus diesem Grund sind auch solche großen Übungen wichtig, damit im seltenen Ernstfall die Glieder der Rettungskette noch besser in einander greifen. Wir waren beeindruckt von den realistisch dargestellten Verletzungen und dem im Großen und Ganzen strukturierten und erfolgreichen Ablauf der Übung. In den nächsten Monaten werden wir gemeinsam mit den beteiligten Stellen Reibungspunkte analysieren und verbessern.

Wir danken an dieser Stelle allen Kameraden für ihren Einsatz und das gute Gelingen dieser Übung./cr

9. Februar 2020 17:50 Uhr. Alter: 179 Tage