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Ansprechpartner Öffentlichkeitsarbeit

Herr Christian Rudolph

DRK Ortsverein Dippoldiswalde

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26.09.2009: Katastrophenschutzübung des Landkreises SSOE "Behandlungsplatz 50"

Am Samstag, den 26.09.2009, fand in Dohna eine landkreisweite Katastrophenschutz-Übung für alle Sanitäts- und Betreuungskräfte statt. Ziel der Übung war es, einen Behandlungsplatz für 50 Verletzte (BHP50) unter erschwerten Bedingungen zu errichten und zu betreiben.

Neben den beiden Sanitätszügen des Landkreises aus Heidenau (JUH) und Dippoldiswalde (DRK), sowie den beiden Betreuungszügen aus Neustadt/Sa. (ASB) und Freital (DRK), wurden auch Einheiten aus anderen Regionen angefordert. So kam ein weiterer Sanitätszug aus der Landeshauptstadt Dresden und ein Betreuungszug aus Hoyerswerda (Landkreis Bautzen). Für die Kräfte der SEG Dippoldiswalde, die den Sanitätszug stellten, begann der Tag um 05:30Uhr am Rettungs- und Sozialdienstzentrum in Dippoldiswalde. Dort trafen sich die Komponenten des Sanitätszuges Dipps, welcher sich um 06:00Uhr als Marschverband in Richtung Dohna in Bewegung setzte.

In Dohna angekommen, wurden alle Züge in einem Bereitstellungsraum im Gewerbegebiet zusammengezogen. Die dortige Einsatzabschnittsleitung registrierte gemeinsam mit dem Kreisauskunftsbüro (KAB) des DRK-Kreisverbandes Dippoldiswalde die Einsatzkräfte, während sich die Kameraden des ASB-Betreuungszuges Neustadt um die Verpflegung kümmerten. Neben den Sanitäts- und Betreuungskräften wurde außerdem die Gruppe des Kriseninterventionsteams (KIT) aus Pirna hinzugezogen, die im Ernstfall die psychische Betreuung von Verletzten und Betroffenen übernehmen würde.

Die eigentliche "Einsatzstelle" lag einige Kilometer weiter entfernt in unmittelbarer Nähe eines Fluorchemiewerkes. Dort hatte die technische Einsatzleitung (TEL) sowie die Einsatzabschnittsleitung für den Behandlungsplatz im Einsatzleitwagen der Feuerwehr Kreischa Position bezogen. Die Besonderheit bei dieser Übung war der enge Raum, auf dem der Behandlungsplatz aufgebaut werden musste. Denn anstatt den Platz auf einem freien Feld, oder einem großen Parkplatz zu errichten, wurde er auf einer engen Nebenstraße aufgebaut. Dies hatte zwei Gründe: Zum Einen wollte man sehen, ob die Einsatzkräfte auch unter diesen erschwerten Bedingungen den Platz zügig aufbauen können. Zum Anderen gibt es in unserem Landkreis viele enge, hochfrequentierte Straßen, wo im Falle eines Großschadensereignisses (z.B. Busunfall) kein weiterer Platz als die Straße selbst zur Verfügung steht, um einen BHP zu errichten.

Der Aufbau der einzelnen Zelte erfolgte systematisch. Dabei wurde je einer Gruppe eines Zuges der Auftag erteilt, ein bestimmtes Zelt zu errichten. Diese wurden nach den aktuellen Vorgaben des Landkreises unterschiedlich eingerichtet. Zuerst kamen die Patienten in ein Sichtungszelt, wo ein "Notarzt" eine kurze Untersuchung vornahm und die Verletzen anschließend in eine Behandlungskategorie einstufte (Triage):

  • T1: Behandlungspriorität = Schwerstverletzte, die eine dringende ärztliche Behandlung benötigen
  • T2: Transportpriorität = Mittelschwerverletzte, die nicht akut in Lebensgefahr schweben, aber zügig abtransportiert werden müsen
  •  T3: Leichtverletzte = Leicht- oder Unverletzte, die in erster Linie betreut werden müssen und keine Transportpriorität haben 
  • T4: abwartende Behandlung

Entsprechend den ihnen zugeteilten Kategorien kamen die Patienten anschließend in eines der Behandlungszelte, von denen sie nach und nach in das Ausgangssichtungszelt gebracht wurden. Dort wurde vom KAB vermerkt, in welches Zielkrankenhaus die Betroffenen eingeliefert werden, bevor sie von Rettungs- und Krankentransportwagen über den Rettungsmittelhalteplatz abtransportiert wurden.

Gegen 13:00Uhr war die Übung beendet und die Kräfte kehrten zum Bereitstellungsraum zurück, wo die Kameraden des Betreuungszuges Freital bereits mit dem Mittagessen warteten. Nach einer kräftigen Stärkung aus der Gulaschkanone traten die Einsatzkräfte ihre Heimreise an.

Diese Übung war die erste Übung der Katastrophenschutzeinheiten des Sanitäts- und Betreuungsdienstes des neuen Landkreises Sächsische-Schweiz-Osterzgebirge. Neben dem Aufbau des o.g. Behandlungsplatzes wurde auch das Zusammenspiel der Kräfte der verschiedenen Regionen und Hilfsorganisationen erprobt.

Da der Behandlungsplatz aufgebaut und betrieben worden ist, kann die Übung als erfolgreich angesehen werden. Eines der größeren Defizite lag  in der Kommunikation, die in erster Linie durch technische Schwierigkeiten, zeitweise auch durch unzureichend deutliche Anweisungen problematisch war. Dieser Sachverhalt ist nach der Übung in einer ersten Auswertung angesprochen und aufgenommen worden. In den nächsten Tagen und Wochen werden die Ursachen näher beleuchtet und Verbesserungen angestrebt.

Fazit:

Eine Übung eines solchen Ausmaßes gab es zuvor noch nicht in dieser Region, sodass einige Schwierigkeiten vorprogrammiert waren.Die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen untereinander verlief hingegen ausgesprochen gut, man half sich ohne große Worte schnell und problemlos. Schwierigkeiten in der Kommunikation zwischen den Führungskräften mögen ärgerlich gewesen sein, sind jedoch sicherlich zügig und einfach zu beheben. Schließlich werden aus eben diesem Grund solche Übungen abgehalten, um Defizite zu erkennen und zu verbessern. Denn im Ernstfall muss alles reibungslos funktionieren.

(Text/Ortsverein2009: cr)

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